Unbegrenzte Vernetzung

Digitale Zukunft gestalten

Hammerbrooklyn.DigitalCampus ist ein Ort in Hamburg, wo etablierte Unternehmen, Organisationen, Start-ups und andere kluge Köpfe aus der ganzen Welt zusammenkommen, um zu experimentieren, zu lernen und Innovationen umzusetzen. Welche Idee dahintersteckt, erklärt Dr. Henning Vöpel, Professor für Volkswirtschaftslehre, Direktor des HWWI und CoFounder von Hammerbrooklyn.


Sie fordern, in Zeiten der Digitalisierung über neue Innovationssysteme nachzudenken. Ist Hammerbrooklyn ein solches System?

Die Idee ist, mit Hammerbrooklyn einen Ort der experimentellen, interdisziplinären und kollaborativen Innovation zu schaffen. Dies wird notwendig, weil die industriellen Strukturen der Spezialisierung, der Arbeitsteilung und der Silobildung abgelöst werden durch die digitalen Möglichkeiten der fast unbegrenzten Vernetzung. Dafür müssen wir Wissen und Erfahrung teilen. Das ist aber nicht unsere gelernte Routine. Deshalb brauchen wir neue Orte und agile Strukturen.

Welche Unternehmen kommen auf Sie zu, um Teil von Hammerbrooklyn zu werden?

Die Vielfalt ist ein Schlüssel für Innovation: Etablierte Unternehmen, Startups und auch Querdenker aus Wissenschaft und Kultur werden Teil des Ökosystems.

Was ist der Unterschied zu anderen offenen Plattformen für Innovation und Kollaboration?

Wir wollen bewusst kein Co-Working anbieten, keine Akzelleratoren oder Inkubatoren, sondern in die CrossIndustry-Dimension gehen, dorthin, wo neue Lösungen, Geschäftsmodelle und Märkte entstehen.

Welchen Beitrag leisten Forschung und Wissenschaft dabei?

Wer heute schnell sein will, muss wissen, woran gerade geforscht wird. Die Nähe zur Wissenschaft ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor geworden. Aber auch die Forschung verändert sich, wird notwendigerweise interdisziplinärer. Ein partielles Verständnis der Welt ist unzureichend für so umfassende Transformationsprozesse. Das setzt voraus, dass wir nicht nur die Technologien verstehen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Warum wird es für Unternehmen immer wichtiger, sich zu öffnen und sich zum Lernen und Innovieren mit anderen zusammen zu tun?

Weil wir erstens nicht wissen, wie die Welt morgen aussieht. Selbst die nahe Zukunft ist heute extrem unsicher. Erfahrungswissen reicht nicht mehr aus. Und zweitens, weil spezialisiertes Wissen in Zeiten der Vernetzung keine Innovation mehr hervorbringt. Wer auf seinem Spezialwissen sitzen bleibt, wird sicher verlieren.

Müssen Unternehmen einen gewissen Reifegrad haben, um von Hammerbrooklyn zu profitieren?

Nein, aber Reifegrad ist ein gutes Stichwort, weil es gerade die Mischung aus Erfahrung und Mut ist, die wir brauchen und wollen. Wenn etwas zur Reife gelangt, ist die Zeit gleichsam reif für Neues. Wer in der Reife nicht die Lust auf Neues entwickelt, fällt zurück. Unser Angebot richtet sich an Menschen und Unternehmen, die das Mindset haben, um weiter zu denken und zu handeln.

Wie können Unternehmen an Hammerbrooklyn partizipieren?

Der Einstieg ist einfach und individuell, also ganz im Sinne der agilen Logik der Digitalisierung. Man kann einzelne Projekte dort machen, lieber ist uns jedoch, wenn sich Unternehmen als Citizen oder Founder einbringen, das heißt aktiver Teil des Campus werden. Erst dann ist man bereit, zu geben und zu nehmen, und dann erst entsteht ein Ort der Vernetzung und der Kollaboration.

 

Mehr über
Hammerbrooklyn.DigitalCampus erfahren: ➞ www.hammerbrooklyn.hamburg


Dieser Artikel erschien in der direkt informiert 02/2018. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 02/2018, Schwerpunkt: Sich neu erfinden

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