Orientierung in der agilen Welt

Organisation in eine agilere Zukunft führen

Philip Knott steht vor der Herausforderung, seine Organisation in eine agilere Zukunft zu führen. Sein Ziel: schneller und flexibler auf Anforderungen der Fachbereiche zu reagieren und so Entwicklungs- und Bereitstellungszyklen zu verkürzen.

Philip Knott, Abteilungsleiter CC Java bei der DEVK, ist seit fast 15 Jahren in der Software-Entwicklung tätig (Foto: privat)

Herr Knott: Wer waren die Helden Ihrer Jugend?

Ich konnte mich immer sehr für Superhelden wie Batman oder Spiderman begeistern.

Welche derer Eigenschaften könnten Sie heute gut gebrauchen?

Beeindruckt hat mich unter anderem deren Durchhaltevermögen. Egal wie schwierig die Situation auch war, sie sind immer drangeblieben und haben am Ende alles zum Guten gewendet. Das braucht man auch, wenn man eine Organisation verändern möchte.

Was bedeutet agile Zukunft für Sie im beruflichen Umfeld?

Das Unternehmen bzw. die Organisationseinheit so flexibel aufzustellen, dass es oder sie für alle möglichen aktuellen und zukünftigen Anforderungen gewappnet ist. Ein wesentlicher Faktor hierbei ist die Erhöhung der Auslieferungsgeschwindigkeit von Anforderungen und die kontinuierliche Verbesserung von Arbeitsabläufen mithilfe von „inspect & adapt“, dem Prinzip der permanenten Verbesserung, wie es beispielsweise in der Methodik Scrum gelebt wird.

Welche Führungsqualitäten sind heute stärker gefordert als früher?

Aus meiner Sicht ist eine gute Führungskraft heute ein „Sinnstifter“. Das heißt, ihre erste Aufgabe ist es, den Tätigkeiten der einzelnen Mitarbeiter ein übergeordnetes Ziel zu geben, auf das sie hinarbeiten. Außerdem sehe ich eine weitere Hauptaufgabe darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Mitarbeiter Höchstleistungen erbringen können. Dies umfasst neben den benötigten Arbeitsmitteln und der Motivation auch das Aus-dem-Weg-Räumen von Hindernissen, die natürlich in der täglichen Arbeit immer wieder auftreten.

„Eine gute Führungskraft ist heute ein Sinnstifter“

Philip Knott

Eine Management-Weisheit besagt: Wer andere führen möchte, muss erst einmal sich selbst führen lernen.

Dem kann ich absolut zustimmen. Ich habe agile Methoden bereits vor vielen Jahren kennen und schätzen gelernt. Seitdem sind mir die grundlegenden Prinzipien in Fleisch und Blut übergegangen. Ich versuche, mir für meine Arbeit immer eine Vision zu erstellen und dann die ersten Schritte festzulegen, wie ich diese erreichen kann. Nach diesen ersten Schritten überprüfe ich dann, ob ich meinen gesetzten Zielen nähergekommen bin. Falls ja, werden die nächsten Schritte geplant, falls dies nicht der Fall ist, muss ich nachjustieren bzw. nacharbeiten.

Wie lauten die drei essenziellen Bestandteile, um Ihre Mitarbeiter in eine agile Zukunft zu führen?

Eine Vision bzw. ein Zielbild, wo wir als Organisation hinwollen, die Möglichkeit, sich selbst einzubringen und die Zukunft mitzugestalten, sowie die Etablierung einer Feedback-Kultur.

Vielen Dank für das Gespräch.


Zur Person Philip Knott:

Der gelernte Fach- und Wirtschaftsinformatiker Philip Knott ist seit fast 15 Jahren in verschiedenen Rollen in der Software-Entwicklung tätig. In dieser Zeit hat er die Vorteile von agilen Arbeitsweisen immer wieder zu schätzen gelernt. Aktuell ist er Abteilungsleiter des Competence Centers Java-Entwicklungen der DEVK und beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die der digitale Wandel auf ein Versicherungsunternehmen hat.


Dieses Interview erschien in der direkt informiert 01/2017. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 01/2017, Schwerpunkt: Orientierung