Mit High-Speed Anwendungen komponieren

Mit High-Speed Anwendungen komponieren

Microservices optimal einführen

Zalando und Otto verwenden sie, im Silicon Valley gehören sie längst zum Standard: Die Rede ist von Microservices. Sie sollen es Unternehmen ermöglichen, ihre Produkte schneller zum Kunden zu bringen.

Microservices sollen die hohen Erwartungen an Flexibilität und Verfügbarkeit digitaler Geschäftsprozesse erfüllen. Sie bringen viele Vorteile mit sich, stellen aber auch hohe Anforderungen an die IT. Wer diese einführen und ihren Nutzen voll ausschöpfen möchte, muss sich daher neu orientieren: hinsichtlich Fokus, Organisation, Skills und Governance.

Fokus

Überall dort, wo es auf schnelle Veränderungen ankommt, entfalten diese Services ihr Potenzial. Einsatzbereiche liegen daher vor allem bei Geschäftsfunktionen, die eine Differenzierung am Markt ermöglichen.

Organisation

Im Gegensatz zur klassischen Silo-IT werden Microservices in der Regel von Teams entwickelt, die Fachlichkeit, Entwicklung, Test und Betrieb vereinen. Diese Teams sollten allein für einen Service verantwortlich sein. So entstehen die kurzen Kommunikationswege und die enge Verzahnung, die schnelle Änderungen ermöglichen. Je mehr Microservices im Einsatz sind, desto wichtiger ist es, die Organisation darauf abzustimmen.

Skills

Für die Entwicklung von Microservices benötigen Mitarbeiter andere Arbeitsweisen und Skills als in der klassischen IT. Übergreifendes Technologie-Wissen auf neuestem Stand ist gefragt. Dazu gehören Container-Technologien ebenso wie die Automatisierung für Tests und Deployment, um eine „Continuous Delivery“ sicherzustellen. Ebenso wichtig: Erfahrung in der Integration komplexer Systeme und agile Entwicklungsmethoden wie SCRUM.

Governance

Die Unternehmensarchitektur muss den fachlichen Überblick gewährleisten und festlegen, welcher Service welche Geschäftsfunktion erfüllt und von wem verantwortet wird. Die Integrationsarchitektur muss für die Choreografie der Services sorgen, beispielsweise durch leichtgewichtige, technologieunabhängige Interfaces wie REST und API-Management.

Microservices: teilen und profitieren

Mithilfe von Microservices lassen sich komplexe Softwareanwendungen aus kleinen, unabhängigen Prozessen komponieren. Im Endkundenbereich entstehen Online-Shops heute vielfach auf dieser Basis. Dienste wie Produktkatalog, Suchfunktion und Warenkorb werden modular entwickelt und erst auf der Weboberfläche für den Nutzer zusammengeführt. Der Vorteil: Die einzelnen Module lassen sich unabhängig voneinander aktualisieren, erlauben eine jeweils eigene Lastverteilung und der Ausfall eines Moduls bleibt ohne Auswirkung auf die Gesamtanwendung.

Mit Microservices Wettbewerbsvorteile sichern

Microservices bringen High-Speed-IT ins Unternehmen. Dafür gilt es, klare Grenzen und Übergänge zur klassischen IT zu schaffen, damit sich die unterschiedlichen Paradigmen, Prinzipien und Standards nicht behindern, sondern zusammenspielen. Wer diese Herausforderungen bewältigt, hat beste Voraussetzungen, neue Services schnell für den Kunden bereitzustellen und sich im Wettbewerb Zeitvorteile zu verschaffen.


Dieser Artikel erschien in der direkt informiert 01/2017. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 01/2017, Schwerpunkt: Orientierung