Kooperierende Intelligenz ist das Ziel

Kommentar: „Das Modell ‚Herrschaftswissen‘ ist endlich.“

Wer sich heute zum Thema Wissen Gedanken macht, muss sich daran gewöhnen, dass er oder sie nicht mehr alles lernen kann. Das gilt für den einzelnen Menschen, für Organisationen und auch für Beratungshäuser. Das Leitbild des „Meisters“, der seinen Führungsanspruch auf größerer Expertise gründet, hat ausgedient. Führungskräfte müssen anerkennen, dass andere Menschen im Unternehmen mehr wissen als sie. Aber auch der Mitarbeitertyp „Kopfmonopolist“ wird es immer schwerer haben.

Mit der Erkenntnis, nicht mehr selbst alles wissen zu können oder wissen zu müssen, wächst der Bedarf, Wissen zu vernetzen. Für unsere Kunden wie auch für uns und unsere Partner im Netzwerk bedeutet diese Entwicklung einen spannenden Umbruch. Zukünftig kommt es darauf an, Wissen zu konfektionieren, damit Größeres entstehen kann.

Auch über Unternehmensgrenzen hinweg: Wettbewerbsdenken weicht der Chance, gemeinsam noch bessere Lösungen zu schaffen. So überlegen die Konkurrenten Daimler und BMW, ihre Carsharing-Angebote car2go und DriveNow zusammenzulegen und gegenseitig ihre Stärken bei der Lösung von Mobilitätsfragen zu nutzen. Startups zeigen seit längerem, wie man gemeinsam schneller und kostengünstiger entwickelt.

Kooperierende Intelligenz, das miteinander Lernen und Entdecken ist das Ziel. Das Wissen darum, wie man Experten zusammenbringt und die Zusammenarbeit fördert, wird zur Schlüsselkompetenz auf dem Weg dahin.

Kunden brauchen kooperierende Berater, die sich als Teil des Teams verstehen, die bereit sind, vom Kunden sein Geschäft zu lernen, seine Herausforderungen und Akteure kennen lernen wollen und die richtigen Fragen stellen. Herrschaftswissen ist hier fehl am Platz. Nur gemeinsam kann eine Lösung entstehen, die dem Kunden auch über den Beratungsauftrag hinaus von Nutzen ist.

 

Karsten Kirsch
Geschäftsführender Gesellschafter
direkt gruppe GmbH


Dieser Kommentar erschien in der direkt informiert 02/2017. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 02/2017, Schwerpunkt: Lernen

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