Das Kriegsbeil begraben

Der Geschäftsführer der kommitment GmbH & Co. KG, Dr. Johannes Mainusch, erzählt, welche unvorhergesehenen Veränderungen er meistern musste und was er daraus gelernt hat.

Dr. Johannes Mainusch, agiler Manager unterstützt die IT-Abteilung

Dr. Johannes Mainusch, agiler Manager (Foto: privat)

Sie sind seit über zwanzig Jahren in der IT und im speziellen im Bereich B2B- und Online-Marketing tätig. Was hat Sie zuletzt so richtig überrascht und warum?

Also, eigentlich bin ich in den letzten neun Jahren im IT-Management in verschiedenen Firmen tätig gewesen. Darunter XING, Otto oder die E-Post Development GmbH. Es überrascht mich immer, wenn ich Menschen sehe, die schon lange in einer immer ähnlichen Verantwortung stehen und dann voller Elan und Mut etwas am Status quo ändern, um die Welt ein Stück besser zu machen. Zuletzt gesehen vor einigen Wochen bei einem unserer Kunden aus dem Banken-Umfeld.

Glauben Sie an Wunder?

Ja.

Welches Wunder braucht es, damit die IT-Abteilung künftig endlich das liefert, was die User brauchen?

Mut, das Kriegsbeil zu begraben. Neugier, aus der Klugheit der anderen zu lernen, und einen frischen Blick, der gern in eine chancenreiche Zukunft schweift.

„Dinge, die mich immer wieder begeistern, sind innovative Techniken, Röhrenradios und sehr schnelle Webseiten.“

In einer Welt mit Google auf der einen und künstlicher Intelligenz auf der anderen Seite – inwiefern lohnt es sich für Sie noch, selbst etwas zu lernen?

Lernen macht Spaß. Und Neues zu probieren, auch wenn es das Risiko des Fehltritts bedeutet, macht fit und beweglich. Und das braucht es, um frei und kreativ zu werden. Ich mag Abenteuer und die erlebe ich nicht, wenn ich immer nur den gleichen Weg beschreite. IT halte ich für eine der kreativsten und abenteuerlichsten Branchen. Da lohnt es immer, zu lernen.

Wobei haben Sie am meisten gelernt?

Ich habe in den letzten Jahren am meisten bei Otto gelernt. Und immer, wenn ich Fehler gemacht habe.

Warum?

Da gab es so interessante mir bislang unbekannte Dinge wie Triaden, Technical Designer, Vertikale, Leitplanken, Makro- und Mikroarchitektur. Ich kam von XING dahin und dachte, ich kenne schon alles. Wurde dann aber schnell etwas demütiger.

Wem vertrauen Sie und warum?

Ich schenke gern Vertrauen. Und wenn ich das einmal nicht verschenke, dann hat mein Bauchgefühl damit zu tun. Und mein geschenktes Vertrauen wurde fast nie enttäuscht.

Was halten Sie von Autos, die künftig hochautonom durch die Gegend fahren sollen?

Ich freue mich darauf, dann habe ich als Fahrradfahrer endlich freie Fahrt, denn Google wird bremsen.

Würden Sie sich damit chauffieren lassen?

Nö, ich fahre dann Fahrrad.

Welche Aspekte einer digitalen Zukunft erfüllen Sie mit Hoffnung?

Die Verbesserung der menschlichen Gesellschaft durch die stärkere Vernetzung und höhere Transparenz.

Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ein Satellitenhandy, ein Solarpaneel und ein Taschenmesser.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: Die IT im Jahre 2020 …

wird die Welt revolutionieren.

Vielen Dank.

Dr. Johannes Mainusch
Seit Februar 2016 ist Dr. Johannes Mainusch mit der kommitment GmbH & Co. KG beratend bei Unternehmen im Einsatz, die Bedarf im Bereich IT, Architektur
und agilem Management haben. Bei der E-Post war er von 2014 bis 2016 CTO, zuvor half er als Leiter der Softwareentwicklung bei Otto mit, die E-Commerce-
Plattform von Otto zu erneuern.

Xing: www.xing.com/profile/Johannes_Mainusch
twitter: @docjoe


Dieses Interview erschien in der direkt informiert 03/2016. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 03/2016, Schwerpunkt: Vertrauen

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