IntraTeam Event 2018 in Kopenhagen // Konferenzreview

Kommunikation & Kollaboration in der Arbeitswelt von morgen

Sarah Schaller hat das IntraTeam Event Copenhagen besucht, eine der größten Konferenzen in Europa. Bei der Veranstaltung drehte sich alles um den digitalen Arbeitsplatz von morgen. Während drei spannender Tage mit Vorträgen, Workshops, Round Tables und einer Menge Experten zum Netzwerken wurden Intranets und digitale Arbeitsplätze mit wirklicher „employee experience“ thematisiert. Lest in den nächsten Zeilen über Ihre Erfahrungen auf dem Event.

Der erste von mir besuchte Vortrag handelte vom Enterprise Social Network (ESN): einer Methode nach der sich Unternehmen  durch soziale Netzwerkstrukturen organisieren. Bekannt war mir diese Netzwerkstruktur aus meinem Studium, also wie diese Art der Struktur Innovationen im Unternehmen fördern kann. Der Vortrag fokussierte aber vielmehr, welche Aspekte ein ESN umfasst. In diesem Kontext fielen auch häufig die Schlagworte #netzwerkorganisation #agileorganisation #selfsteeringteams #newleaders und #WOL. Aber eins nach dem anderen …

Selfsteeringteams: Führungskräfte von morgen?

Selfsteering Teams sind Teams, die ihre Tätigkeiten selbst strukturieren und organisieren. Sprecher Geert Nijs verglich dies mit Kindern, die selbständig spielen, während die Eltern den Abwasch machen. Die Eltern kommen nur dazu, wenn es notwendig ist und nehmen ansonsten eine unterstützende Rolle ein. Die „neuen“ Führungskräfte werden in Zukunft also nicht überflüssig sein, es ändert sich vielmehr ihr Rollenverständnis. Geert Nijs betonte auch, dass man in solchen Netzwerkstrukturen Mitarbeitern Methoden an die Hand zu geben muss, um (digital) zusammen zu arbeiten.

Denn so, wie man ein Fußballteam nicht ohne Training auf das Spielfeld schickt, sollten Führungskräfte sicherstellen, dass ihr Team vorher gemeinsam trainiert. Nicht unbedingt Fußball, aber zum Beispiel wie man in virtuellen Teamräumen microbloggt. So können Kollegen schnell und effizient die für sich relevanten Informationen herausfiltern. So etwas lernen Mitarbeiter mit der Working Out Loud (WOL) Methode, einem Open-Source-Konzept von John Stepper.

Fünf Mitarbeiter aus ganz verschiedenen Bereichen arbeiten hierbei eine Stunde pro Woche mit einem Zwölf-Schritte-Vorgehensmodell an einem gemeinsamen Ziel. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ziel im privaten oder geschäftlichen Umfeld stattfindet. Trainiert werden hier die Fähigkeiten und das Mindset der Mitarbeiter, die sie für die zukünftige Zusammenarbeit benötigen. Bosch und Siemens setzen WOL schon aktiv um und berichteten bei der Konferenz von ihren Erfolgen damit. John Stepper beschreibt das Rahmenwerk in seinem TED Talk genauer.

Überraschenderweise ging es also gar nicht so viel um Technologien, sondern eher um die Menschen, die diese benutzen.

Mein Fazit des ersten Tages: Netzwerkstrukturen und selbst organisierte Arbeitsteams werden in der zukünftigen Arbeitswelt primär vorzufinden sein. Um Teams die Zusammenarbeit und Kommunikation in einem solchen Umfeld zu ermöglichen, müssen Mitarbeitern Methoden zur Entwicklung von Fähigkeiten an die Hand gegeben werden. Die Technologien sind hierbei Voraussetzung, aber keinesfalls ausreichend.

Mindestens genauso gut startete der zweite Tag des Events mit einem Vortrag von James Robertson zum Thema „Employee experience: heart of the Digital Workplace“. Aus der Handelsbranche kommend hatte ich schon vermutet, worum es hier geht. Die Customer Experience, ein Begriff der in der Handelsbranche schon seit vielen Jahren allgegenwärtig ist, kann meiner Vermutung entsprechend hier analog auf den Kontext der Kommunikation und Zusammenarbeit übertragen werden. Der Kunde ist hier eben der Mitarbeiter.

Was konkret kann ich als Business Consultant tun, um unseren Kunden eine Lösung anzubieten, die ihre „Herzen erobert“?

Im ersten Schritt, erklärte der Sprecher, gilt es, die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter zu verstehen und sie mit den entsprechenden Tools zu versorgen, damit sie ihre Tätigkeiten bestmöglich ausführen können. Robertson empfahl dabei, etwa eine Arbeitswoche mit den Mitarbeitern „mitzulaufen“ und als Experte, mit nachgehender Analyse der Arbeitsschritte, die besten Tools zu empfehlen. Er betonte dabei – gerade im Kontext „employee experience“ – welch wichtige Rolle das Design spielt. Ein Aspekt der von Entscheidungsträgern häufig abgewunken wird, für ein positives, zu Interaktion motivierendes Arbeitserlebnis allerdings unabdingbar ist. Eigentlich trivial, dachte ich mir. Wer hat schon Lust, sich in einem ungemütlichen Café aufzuhalten, in dem unfreundliches Personal schlechten Café serviert? Mit technischen Plattformen ist das eben nicht anders.

Der Mensch im Mittelpunkt der Lösung 

Den Rest des Tages durfte ich Workshops zum Thema Innovation und WOL besuchen. Dabei fiel mir auf, dass Kommunikation und Kollaboration zwar in diversifizierten Teams (Alter, Geschlecht, Nationalität, Sprache etc.) wesentlich herausfordernder ist – aber auch viel spannender, aufschlussreicher und kreativer.

Mein Fazit des zweiten Tages ist demnach ähnlich dem des ersten Tages: Stelle den Menschen in den Mittelpunkt Deiner Lösung oder Deines Produktes. Denn der Kunde interessiert sich nicht für die unzähligen Funktionen, die Deine Technologie aufweist. Der Kunde interessiert sich dafür, welches Problem Du für ihn löst.

Neben den spannenden Vorträgen konnte ich bei dem Event die heißesten Themen zum Digital Workplace aufgreifen und mit herausragenden Persönlichkeiten diskutieren. Während kleiner Round Table Sessions sprachen wir z.B. über Bots und deren Potenzial, Unternehmensprobleme zu lösen. Weiter diskutierte ich mit Landeskollegen der Volkswagen Group, wie sie gesellschaftsübergreifende Kommunikation und Kollaboration in der Gruppe umsetzen.

Vor allem aus fachlicher Sicht war der Besuch des IntraTeam Events ein Gewinn. Der Austausch mit internationalen Kollegen aus der Branche tat nicht nur gut, sondern gab mir für meinen Job auch viele Denkanstöße und Inspirationen.

Lessons for life – was ich persönlich gelernt habe

Ich lernte auch etwas fürs Leben: Die Sturmwarnungen in Deutschland sind eigentlich gar nicht ernst zu nehmen! In Kopenhagen stehen überaus starke Winde auf der Tagesordnung, aber die Dänen lassen sich trotz der Wetterbedingungen nicht davon abhalten, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren (während es mich um Haaresbreite ins Gewässer wehte). So viele Radfahrer sah ich das letzte Mal in Amsterdam. Ich erfuhr, dass Kopenhagen im Wettbewerb mit Amsterdam um den Titel „Bike City Europe“ steht. Der einzige Unterschied, den ich bemerkte, war, dass die dänischen Räder fast ausschließlich schwarz waren, während sie in Amsterdam verschieden Farben hatten. „Das hat wohl etwas mit der dänischen Affinität für Design zu tun …“, erklärte mir ein Däne. Mit vielen neuen Eindrücken, Inspirationen und einer Träne im Auge (wegen des starken Windes) verließ ich also Dänemark. Insgeheim steckte ich mir das Ziel, in Zukunft selbst so einen spannenden Vortrag auf einer internationalen Konferenz zu halten (#Illbeback)

Mal sehen, was die Zukunft bringt! #staytuned


Sarah Schaller

Sarah Schaller ist Business Consultant in unserer Unit „Digital Workplace“ – sie beschäftigt sich mit SharePoint, Office365 und unserer Intranet-in-a-Box-Lösung Bonzai. Erfahren Sie mehr zu Bonzai unter: bonzai.direkt-gruppe.de

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