Hackathon als Teamwork-Experiment

Du denkst, Ziel eines Hackthons ist immer die Entwicklung eines marktfähigen Endprodukts? Weit gefehlt! Viel mehr liegt der Fokus darauf, sich auszuprobieren in neuen Technologien, Anwendungen und Teamkonstellationen.

Neue Perspektiven der Zusammenarbeit

Gemeinsam mit Entwicklern unserer Kunden Lidl, Schwarz IT und Kaufland hat unsere Unit Development einen Hackathon veranstaltet. Das achtköpfige Team entwickelt nach Scrum drei Tage lang in sechs Sprints eine Mobile App am fiktiven Beispiel Bauprojektmanagement. Zur Koordination des Prozesses trat unser Associate Consultant Hauke Meyer als Scrum Master auf, der weder fachlich noch technisch in die Entwicklung eingebunden wurde. Die fachliche Sicht vertreten stattdessen kundenseitig Christian Brenner, Kaufland, und dg-seitig Senior Consultant Christian Hermann in der Rolle des Product Owners. Sie stellten somit die Produktanforderungen auf hinsichtlich Funktionalität, Benutzbarkeit, Performanz und Qualität.

Als Herausforderung definierte das Team für sich, dass innerhalb der drei Tage ein erster anfassbarer und bedienbarer Prototyp entsteht, der Services aus dem Bereich AI sowie Machine Learning abbildet. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht das Ursprungsziel unserer Veranstaltung. Vielmehr sollten im Rahmen des Hackathons neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erprobt werden.

Haben technische und fachliche Teams zuvor weniger eng zusammengearbeitet, wurden diese innerhalb des Hackathons bewusst zusammengebracht – mit Erfolg!

Innovation heißt sich auszuprobieren

Nicht nur in Sachen Teamwork wurden neue Wege beschritten, auch technologisch wollte das Team gemeinsam in die Zukunft schauen. Deshalb entschlossen sich die Hackathon-Teilnehmer unter anderem dafür, eine Variante des Prototypens mit Microsoft PowerApps, Azure SQL-Datenbanken sowie dem Azure Blob Storage zu entwickeln. Die zentrale Funktion der Anwendung sollte darin bestehen, große Bildmengen eines Bauprojektes übersichtlich in einer zentralen Ablage einzuordnen. Ermöglicht wird dies durch die GPS-Ortung des aufgenommenen Bildes, wodurch die Projektzuweisung automatisiert wird. Um die Bilddaten innerhalb eines Projektes zusätzlich den einzelnen Gewerken zuordnen zu lassen, setzte das Team Microsoft Cognitive Services ein. Diese Technologie ermöglicht durch smarte Bilderkennung eine automatische Beschreibung und Kategorisierung mittels Tags.

 

Ein zweites Team entschied sich, eine native Android App mit dem React-Native Framework zu entwickeln.

Das Team experimentierte ebenfalls mit Foto- sowie Schriftbilderkennung. Als besonderes Highlight der Ergebnispräsentation vor der Belegschaft der direkt gruppe führte André zum Vergleich der Microsoft Cognitive Services eine Life-Texterkennung mittels Google Vision vor, die beim Plenum Erstaunen auslöste.

Microsoft PowerApps, React-Native Framework und Microsoft Cognitive Services überzeugen unter unterschiedlichen Bedingungen

Soll in kürzester Zeit eine prototypische App entstehen, deren Performance und Komplexität zweitrangig ist, so bietet Microsoft PowerApps ein überzeugendes Baukastensystem, womit schnellstmöglich anfassbare Ergebnisse erzielt werden können. Je individueller sich jedoch die Produktanforderungen gestalten, desto häufiger zeigen sich die Grenzen der Entwicklungsumgebung. Eine zusätzliche Einschränkung entsteht durch die fehlende Möglichkeit der zeitgleichen Entwicklung im Team an einem gemeinsamen Produkt. Insbesondere im Rahmen eines Hackathons leidet darunter die Effizienz.

Anders ist dies bei der Entwicklung mit dem React-Native Framework. Mehrere Personen können parallel an derselben Anwendung schreiben und diese flexibel ausgestalten, da es sich nicht um eine Baukastenlösung handelt. Jedoch kann aufgrund des hohen Zeitdrucks innerhalb eines Hackathons nur eine oberflächliche Planung der App-Struktur vorgenommen werden, da die Umsetzung deutlich mehr Zeit kostet als bei der Nutzung von PowerApps. Die Qualität des Endproduktes hängt demnach auch von der Intensität der Planungsphase ab.

In beiden Fällen konnte die Einbindung von Microsoft Cognitive Services überzeugen. Die intuitive Handhabung begünstigt den Einsatz der Technologie in zeitkritischen Entwicklungsprojekten – wie beispielsweise einem Hackathon.


Unsere Top 3 Tipps für einen gelungenen Hackathon
  1. Eine fachliche Vorbereitung der gewählten Aufgabe steigert immens die Effizienz
  2. Eine technische Flexibilität jedes Teilnehmers ist notwendig
  3. Ein gemeinsames Zielverständnis, bewusstes Ausgrenzen von Themen sowie die Steuerung durch einen Scrum Master hilft bei der Fokussierung
Diesen Artikel teilen: