Forever young

Aus drei mach eins: Fusion zur solutions direkt AG

Aus improve direkt, networks direkt und solutions direkt wurde Anfang Juli 2018 die solutions direkt AG. Wie sich das Unternehmen dadurch neu ausrichtet, erklärt Vorstandsmitglied Markus Breilmann.


Was hat Sie zum Umbau in der direkt gruppe bewogen?

Die Trennung der Arbeitsbereiche IT-Infrastruktur, Software-Entwicklung sowie IT-Strategie und -Organisation, und damit auch die Unterteilung unserer Leistungen in separate Gesellschaften, ist aus Marktsicht obsolet geworden. Für Projekte im Bereich von Cloud-Technologien oder DevOps fragen unsere Kunden heute crossfunktionale Teams nach.

Darüber hinaus deckt individuelle Beratung allein die Anforderungen unserer Kunden an die Geschwindigkeit von Transformationen nicht mehr. Deshalb bündeln wir unser Know-how in vorkonfektionierten Leistungspaketen und fertigen Produkten.

Wie sind Innovationsprozesse im Unternehmen verankert?

Wir haben einen eigenen Vorstandsbereich geschaffen, der sich um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle genauso kümmert wie um die kulturelle Verankerung von Innovation. Wenn wir eine vielversprechende Produktidee identifizieren, wird ein Team aus dem Tagesgeschäft herausgelöst und erhält Freiraum für die Entwicklung dieses Produktes. Wir haben dazu einen Inkubationsprozess (von der Idee zum Prototyp) aufgesetzt, der sich an Lean Start-up orientiert.

Nach 30 Jahren macht IT Geschäftsprozesse endlich einfacher.
Markus Breilmann, solutions direkt AG

Mit welchen Maßnahmen setzen Sie Innovationen konkret um?

Wir arbeiten mit Formaten wie Hyde Park: Im Firmenmeeting stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Produktideen vor, dann wird abgestimmt, wo der Impuls zur weiteren Bearbeitung ist, und der nächste Schritt wird noch im Firmenmeeting erledigt. Design Thinking ist ein weiterer Ansatz: Wir nutzen so das Knowhow und die unterschiedlichen Perspektiven vieler, um zentrale Fragen zu einer Idee besser zu beantworten, nämlich ob auch andere den zugrunde liegenden Bedarf wahrgenommen haben, ob wir wirklich einen neuen Lösungsansatz verfolgen etc. Darüber hinaus nutzen wir Ansätze wie Golden Circle und Business Model Canvas.

Was sind für Sie die drei nachhaltigsten Entwicklungen in der IT der kommenden Jahre?

Enterprise Agility, das heißt dass sich IT-Organisationen in Wertschöpfungsketten organisieren, nicht in Funktionssilos, und damit die industrielle Arbeitsteilung hinter sich lassen.

Plattformökonomie ist eine weitere nachhaltige Entwicklung für uns. Wir sind der Überzeugung, dass es sich lohnt, Unternehmensgrenzen zu öffnen und in Wertschöpfungsnetzwerken zu denken und zu handeln.

Wichtige Zukunftsanforderungen sind auch Einfachheit und Geschwindigkeit: Die Geschwindigkeit von Transformationsprozessen muss zunehmen. Einfachheit in Bezug auf eine User Experience wie im Consumer-Bereich wird zunehmend auch in der Unternehmens-IT Standard. Und immer komplexere Sachverhalte werden Commodity, während die Wertschöpfung auf übergeordneter Ebene geschieht. Unser Ziel ist es, Commodity-Aufgaben auch als solche umzusetzen und so Freiraum für die wirklich differenzierenden Fragen zu schaffen. Kurz: Nach 30 Jahren kommen wir dahin, dass IT Geschäftsprozesse endlich einfacher macht


Dieser Artikel erschien in der direkt informiert 02/2018. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 02/2018, Schwerpunkt: Sich neu erfinden

Foto: