Damit man mehr versteht als nur Bahnhof

Metromap DevOps

Orientierung ist Gold wert, wenn man sicher ans Ziel gelangen möchte. Die Berater der direkt gruppe haben eine Metromap entwickelt, die Unternehmen bei der Umsetzung von DevOps als Diskussionsgrundlage und Leitfaden dient.

DevOps ist ein übergreifender Ansatz, um eine effizientere Zusammenarbeit der Bereiche  Entwicklung (Dev), Betrieb (Ops) und  Fachabteilung  (Biz) zu ermöglichen. Die Softwarequalität, die Geschwindigkeit von Entwicklungen und der Auslieferung sowie das Miteinander der beteiligten Teams kann DevOps verbessern.

Das ist dringend angeraten, denn die Situation gleicht in vielen IT-Bereichen einem Wettlauf. Die Entwicklungsabteilungen spüren den Druck der Anforderungen aus den Geschäftsbereichen, schnell neue Anwendungen erstellen zu müssen. Der Bereich Operations muss im Eilschritt den Betrieb neuer Lösungen gewährleisten, gleichzeitig Bestandssysteme warten und interne Services erbringen, Tickets abarbeiten, die Sicherheit stetig verbessern etc.

DevOps verspricht hier mit seinem integrierten, ganzheitlichen Ansatz Verbesserungen. Doch wo befinden sich die Engpässe in der Wertschöpfungskette der IT?

Auf Basis von Projekterfahrungen hat die direkt gruppe eine sogenannte Metromap entwickelt. Jacob Tiedemann, CO-Autor der Map und Berater bei solutions direkt, erläutert die Hintergründe. Herr Tiedemann, ist die Metromap der Fahrplan zur DevOps-Glückseligkeit?
Vielleicht (lacht). Das Bild zeigt die Konzepte, die mit dem Begriff DevOps verbunden werden, in einer einzelnen Darstellung. Die Platzierung der einzelnen Themen und das Hervorheben eines Kerns sollen einen schnellen Einstieg in das Thema bieten. Naheliegende U-Bahnstationen weisen auf eine Beziehung der einzelnen Aspekte hin, die unterschiedlicher Natur sein können.

Der Nutzer dieser Map soll sein Verständnis entwickeln oder die ihm bekannten Konzepte auf der Metro Map wiederfinden und so Relationen zu anderen Themen entdecken, auch zu solchen, die ihm vielleicht noch unbekannt sind. 

DevOps ist kein festgeschriebener Begriff. Es gibt keine Institution, die bestimmt, was drinsteckt und was nicht? 
Genau aus diesem Grund haben wir die Map erstellt, um möglichst schnell mit Interessierten, Kollegen und Kunden in einen Austausch zu kommen – unabhängig von der Perspektive auf das Thema oder Vorkenntnissen. Ganz sicher ist die Karte keine vollständige Auflistung aller Konzepte, Prinzipien und Praktiken, sondern eine Grundlage für Diskussionen.

Geben die einzelnen „Bahnhöfe“ eine zeitliche Reihenfolge oder Abarbeitungsschritte vor?
Nein. Ich kann Stationen auch „überfahren“ und nicht aussteigen, wenn sie mir derzeit nicht helfen. Vielleicht fahre ich später zurück, vielleicht auch nicht.
Umsteige-Bahnhöfe waren auch einmal angedacht. Jedoch würde dies eine Reihenfolge implizieren. Wir sind der Meinung, wir können nicht nur ein Thema zurzeit „befahren“. Um wirklich kontinuierliche Verbesserung zu erzielen, müssen wir an mehreren Stellen gleichzeitig aktiv sein. Mit der einfachen Anpassung eines Prozesses oder dem Einsatz einer Technologie ist es daher nicht getan. Dennoch ist der Einstieg in DevOps über die Technologie beliebt und schnell umgesetzt.

Technologie ist nur die eine Seite von DevOps – die Leute im Unternehmen mitnehmen die andere …?
Allen, die in Richtung DevOps aufbrechen, muss klar sein: Menschen müssen diesen Prozess leben, und wenn die Kultur und Arbeitsweise sich nicht anpassen, wird der Prozess keine Verbesserung erzielen. Wir raten daher, Teams durch den Changeprozess organisationspsychologisch zu begleiten. Denn vernachlässige ich eine Fahrstrecke, verpasse ich auch das große Ziel einer Verbesserung der Wertschöpfung für das Unternehmen (und schaffe vielleicht nur kleine lokale Verbesserungen in der IT).

Wo ist für Sie der Startpunkt?
Sorry, darauf habe ich keine pauschale Antwort. An welchen Punkten ich starten und arbeiten muss, ist von Unter-nehmen zu Unternehmen, von Bereich zu Bereich verschieden. Jeder hat seine eigene individuelle Geschichte. Aber bewährt hat sich folgendes Prinzip: Den ersten und schmerzhaftesten Engpass identifizieren und beseitigen. Und das kontinuierlich und iterativ fortführen. Das könnte zum Beispiel sein, Feedback-Phasen zu verkürzen oder diese initial zu etablieren. Häufig ist es so, dass die Bereiche lange auf eine Rückmeldung zu ihren Arbeitsergebnissen warten müssen. Das verzögert den ganzen Prozess, kostet Geld und Nerven und letztlich geht der Schwung verloren. Hier also für schnelle Reaktionsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Abteilungen zu sorgen, könnte ein erster Schritt sein.

Das bedeutet, dass an den Grenzen zu Bereichen wie Entwicklung, Betrieb und Fachbereich mehr Durchlässigkeit nötig ist?
Das kann ein Resultat sein. Grundsätzlich erfordert DevOps mehr Durchlässigkeit an den Schnittstellen zu den verschiedenen Bereichen und Teams im Unternehmen. Aber: Bestehende Silos müssen nicht zwangsweise abgeschafft werden, sie sollten jedoch enger zusammenarbeiten und sich intensiver austauschen. Somit können sie schneller kooperieren und die Liefergeschwindigkeit von Lösungen deutlich erhöhen.


Dieser Artikel erschien in der direkt informiert 01/2018. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 01/2018, Schwerpunkt: Aufbruch