Blaupause für die IT

Continuous Improvement

Toyota war Vorreiter in Sachen kontinuierliches Lernen: Schon in den 50er­ Jahren setzte der japanische Autobauer auf das Kaizen, das Konzept der kontinuierlichen Verbesserung. Zunehmend hält dieses Konzept nun auch Einzug in der IT.

DevOps ist ein Konzept, um Prozesse in der Softwareentwicklung und Systemadministration zu verbessern. Der Ansatz, der im Kern auf Kaizen basiert, wendet die Engpasstheorie auf IT-Entwicklung und -Betrieb an: Kleinere Release-Losgrößen erhöhen den Durchsatz der IT-Fertigungsstraße, ungeplante Arbeit wird durch stetiges Nachjustieren reduziert.

Die Automatisierung der Deployment Pipeline und Ticketless IT ermöglichen es, der Entwicklung bedarfs- und zeitgerecht Entwicklungs– und Testumgebungen bereitzustellen, die sich kaum von Produktivsystemen unterscheiden. Der positive Effekt auf die IT-Fertigungsstraße kann sich sehen lassen: Etwaige Fehler können früher erkannt und behoben werden, die Fehlerrate von Changes wird vermindert.

Die dadurch gewonnene Geschwindigkeit und erhöhte Releasefrequenz – bedingt durch die kontinuierliche Lieferung – ermöglichen schnellere und kleinere Lernzyklen. Ganz im Sinne von Kaizen lernen Entwicklung und Betrieb, sich stetig zu verbessern und so ihr Handeln nach der Wertschöpfung des Unternehmens auszurichten. Der Wechsel zu wertorientiertem Handeln bindet nach unseren Erfahrungen das Business stärker in die Abläufe der IT ein, wodurch es schneller und näher am Kunden agieren kann. So ermöglicht etwa eine hohe Releasefrequenz häufigere und schnelle A/B-Tests.

„Lean Startup“

„Lean Startup“, ein Mindset und Framework, das infolge des stetigen Lernens von Start-ups aus dem Silicon Valley entstanden ist, zeigt erfolgreich, wie das Business diese neuen Möglichkeiten nutzen kann. Durch die enge Zusammenarbeit von Business, Entwicklung und Betrieb (BizDevOps) können mehr und schneller Experimente nach dem Build-Measure-Learn-Vorgehen umgesetzt werden. Lösungen werden problemorientiert und kundenzentriert erarbeitet und als Minimum Viable Products (MVPs) oder gar Riskiest Assumption Tests (RATs) getestet. Das Ziel ist hierbei: Lernen. Hypothesen werden aufgestellt und mit geeigneten Prototypen gemeinsam mit dem Kunden überprüft. Nur wenn Fehler erlaubt sind, können Chancen für Innovationen aufgedeckt werden. Ideen und Geschäftsmodelle müssen infrage gestellt werden dürfen. Denn sind die Hypothesen zu einem Modell widerlegt, sollte eine radikale strategische Änderung desselben vollzogen werden.

 

Lean Startup in Unternehmen

Bis 2021 werden mehr als 50 Prozent der Unternehmen Lean Startup­Techniken eingeführt haben (www.gartner.com)

Innovative Methoden und Vorgehen wie DevOps, Lean Startup, Design Thinking oder Growth Hacking nutzen kontinuierliche, kundenzentrierte Lernzyklen. Dabei sind nicht nur Innovationen das Ziel, sondern auch stetige Reflexion und Verbesserung, um am schnelllebigen Markt durch Wandlungsfähigkeit bestehen zu können.

Potential Savings from Reducing Downtime :

Deployment Frequency 1,460 deploys yearly (High Performers) | 32 deploys yearly (Medium Performers | 7 deploys yearly (Low Performers)
Change rate failure 7,5 (High Performers) | 38% (Medium Performers) | 23,5 % (Low Performers)

Quelle: www.gartner.com


Dieser Artikel erschien in der direkt informiert 02/2017. Weitere Artikel aus der Ausgabe lesen Sie hier: direkt informiert 02/2017, Schwerpunkt: Lernen